geschrieben von Mischa in Spanish Waters, Curacao · 23.07.2016 · 2 Kommentare ·

Der letzte Blogeintrag ist schon eine Weile her, und das hat zwei Gründe. Zuerst waren Jaqueline, Willi und ich wochenlang faul und haben außer schwimmen, schnorcheln, ein bisschen spazierengehen und chillen nichts Erzählenswertes unternommen, und dann hatten wir seit fast einem halben Jahr mal wieder Gäste auf der SAILOR MOON, und sind vor lauter Action nicht zum Bloggen gekommen: Meine Eltern Maria und Wolfgang waren für knapp drei Wochen bei uns, um ihr erstes Enkelkind und natürlich auch Jaqueline und mich zu besuchen.
Ich überzeuge Jaqueline, dass es unbedingt nötig ist, die beiden mit der SAILOR MOON vom Flughafen abzuholen, und schlage all die netten Angebote von anderen Seglern aus, die uns ihre Dinghys oder sogar Autos zur Verfügung gestellt hätten. Wir stehen um sechs Uhr früh auf, lösen die Leinen und motoren die paar Meilen Richtung Flughafen, wo wir unser Boot an einer der Nationalpark-Tauchbojen befestigen. Dann verfrachte ich Willi in unser Beiboot und wir motoren an Land, Jaqueline muss, den Park-Regeln entsprechend, das Boot bewachen. Der InselAir-Flug von Curacao hat bei 15 Minuten Flugzeit nur 25 Minuten Verspätung, und kurz danach schnorcheln unsere Gäste auch schon zum ersten Mal im karibischen Meer. Wir haben dazu noch Glück, einen Schnorchel-Spot mit so vielen verschiedenen Fischen (Maria: “man glaubt, man schwimmt in einem Aquarium im Haus des Meeres”) haben selbst Jaqueline und ich noch nicht gesehen. Bevor es zu heiß wird, machen wir uns aber wieder auf den Rückweg zu unserer Stamm-Boje vor Karel’s Bar.
Die nächsten paar Tage vergehen, während wir Maria und Wolfgang unsere Lieblingsplätze und Lieblingsbeschäftigungen in und um Kralendijk zeigen: Bier trinken zur Happy Hour in Karel’s Bar, EM schauen im El Mundo, schnorcheln an der Riffkante neben der SAILOR MOON, Eis essen bei Gio’s, das Mittagsmenü im Diver’s Diner, das Burger-Special am Mittwoch in der Marina, sonntags chillen am Pool im Plaza Resort… es gibt viel zu tun, aber Stress kommt aus irgendeinem Grund trotzdem keiner auf. Ab und zu können wir uns sogar überwinden, unsere Stammboje zu verlassen, und wir motoren mit der SAILOR MOON zu ein paar anderen Tauchplätzen und nach Klein Bonaire, wo wir nach einem improvisierten Grillen am Strand sogar die Insel umrunden.

Willi lernt

Willi lernt

Sandspielen auf Klein Bonaire

Sandspielen auf Klein Bonaire

auf Klein Bonaire

auf Klein Bonaire

Grillen

Grillen

Chillen am Pool...

Chillen am Pool…

...und im Pool

…und im Pool

Sonnenuntergang im Plaza Resort

Sonnenuntergang im Plaza Resort

Kralendijk

Kralendijk

Karel's Bar 1

Karel’s Bar 1

Karel's Bar 2

Karel’s Bar 2

mit Julia in Rincon

mit Julia in Rincon

Kaktuszaun

Kaktuszaun

Oma und Enkel

Oma und Enkel

Mehr als eine Woche vergeht so wie im Flug, dann mieten wir uns einen Pickup (natürlich die Deluxe-Version!) und fahren damit in den Nationalpark im Norden der Insel. Die Landschaft ist karg, fast wüstenartig, mit riesigen Kakteen dazwischen, keiner von uns hat bisher etwas Vergleichbares gesehen. Abgesehen davon gibt es Flamingos, aggressive Leguane, Papageien und viele andere Vögel zu sehen. Die Parkverwaltung hat zwar offensichtlich andere Ansichten als wir, was man als Sandstrand bezeichnen kann und was nicht, aber trotzdem war es ein beeindruckender Ausflug mit einem Picknick zwischen Meer und Flamingos am Ende.
Außerdem nutzen wir das Mietauto, um Maria und Wolfgang den flachen Süden der Insel zu zeigen, wo wir zuerst die riesigen Wasserflächen für die Salzproduktion besichtigen und dann natürlich in der Jibe City, dem hipsten Surfer-Hangout am sogenannten Lac, einer Bucht auf der Luvseite der Insel, einkehren. Wir ergattern einen Tisch ganz am Wasser, wo wir den Wind, die Spareribs und die Cocktails genießen und den Surfern zuschauen. Willi liebt das flache, warme Wasser und den Sand, Wolfgang hat zum Glück die passende Lektüre mitgebracht und mischt sich unter die Surfer.
Den folgenden Sonntag verbringen wir wieder im Plaza Resort, wo wir erfahren, dass der neue General Manager die Regeln verschärft hat, das Pool und die Liegen davor sind von nun an ausschließlich für die Resortgäste da. Teilweise verständlich, weil wer 333 Euro pro Nacht bezahlt, erwartet wohl, auch am Sonntag eine freie Liege zu finden. Trotzdem lösen wir am Abend darauf trotzig die Leinen und drehen den Bug Richtung Curacao.

Willi im Lac

Willi im Lac

Mangroven

Mangroven

Opa und Enkel

Opa und Enkel

Willi trinkt

Willi trinkt

Dinghyfahrt durchs türkise Wasser

Dinghyfahrt durchs türkise Wasser

Kakteen im Nationalpark

Kakteen im Nationalpark

Willi cruist im Pickup

Willi cruist im Pickup

durch den wüstenartigen Nationalpark

durch den wüstenartigen Nationalpark

die Flagge von Curacao entsteht

die Flagge von Curacao entsteht

Die Überfahrt verläuft relativ ereignislos, der Wind ist aber anfangs sehr schwach, und für die knapp 40 Meilen brauchen wir mehr als 12 Stunden. Nach einigem Suchen finden wir auch die Einfahrt in das sogenannte “Spanish Water”, einer rundum geschützten Ankerbucht im Süden von Curacao. Die Insel lebt zwar zu einem großen Teil vom Tourismus, aber offensichtlich hat man es lieber, wenn die Gäste per Flugzeug kommen und in einem der unzähligen Resorts übernachten als per Segelboot. Die Regeln für Fahrtensegler wurden die letzten Jahre sukzessive verkompliziert, die Marinabetreiber jammern über ausbleibende Boote. In allen anderen Buchten außer Spanish Water darf man nur mehr drei Tage Ankern und auch nur dann, wenn man sich vorher ein Permit geholt und 10 Dollar bezahlt hat, und die Behörden sind alles andere als leicht zu finden. Aber was solls, wem das nicht passt, der braucht ja nicht herkommen, und wir erledigen den notwendigen Papierkram nach ein paar Fehlschlägen sogar noch vor der gefürchteten Mittagspause.
Curacao mit seiner Hauptstadt Willemstadt hat in etwa 140.000 Einwohner, nicht ganz zehnmal so viele wie Bonaire, und wirkt daher gegenüber seinem Nachbarn fast großstädtisch. Uns gefällt es aber vielleicht gerade deshalb, nach sechs Wochen Bonaire freuen wir uns aufs Busfahren, Spazierengehen in der Altstadt und auch auf Fastfood in einem klimatisierten Einkaufszentrum. Die Abwechslung machts aus, zumindest für uns!
Zwei Tage später ist der Urlaub für Maria und Wolfgang aber auch schon wieder vorbei, und wir begleiten die beiden noch den halben Weg zum Flughafen. Wir hatten zweieinhalb tolle Wochen auf der kleinen SAILOR MOON, trotz des begrenzten Platzangebotes an Bord haben wir uns gut verstanden. Jaqueline und ich konnten erstmals seit Willis Geburt ein paar Stunden nur zu zweit verbringen, Maria und Wolfgang konnten mit eigenen Augen sehen, dass ihr Enkelkind sich auch auf schwankendem Boden prächtig entwickelt und dass es ihm und seinen Eltern gut geht. Auch die SAILOR MOON schwimmt noch und ist noch nicht durchgerostet. Wir hoffen, das spricht sich in der Heimat herum und die beiden können einige (unserer Meinung nach unbegründete) Ängste zerstreuen 🙂


2 Comments

  1. Cornelia Walder

    Hi ihr drei! Danke für eure tollen Berichte die wir begeistert verfolgen! (Vor allem die aus Venezuela ;)) Wir würden euch gerne eine Geburtsanzeige Von unserem Nikolaus schicken, leider können wir Sie nicht persönlich übermitteln (würden wir sehr gerne): Burgenland, Mödling oder Bonaire? Hugs and love von uns vier Christian, Cornelia, Franziska und Nikolaus

  2. Kallinger Gerti

    Freuen uns, dass es euch so gut geht. Willi ist ganz schön groß geworden.
    Dir liebe Jaqueline wünschen wir zum bevorstehenden 30. Geburtstag alles
    Liebe, viel Gesundheit und weiterhin viel Freude mit deiner kleinen Familie.
    Lg Gerti und Katrin, Gerhard, Thomas

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