geschrieben von Mischa in Oranjestad, Aruba · 17.11.2016 · 4 Kommentare ·

Es gibt wieder kurzfristig Besuch an Bord der SAILOR MOON! Diesmal ist es Jaquelines Mutter Sabine, die für knappe zwei Wochen das kalte Novemberwetter in Österreich mit den tropischen Temperaturen hier in der Karibik vertauscht und so einen ersten Einblick in unser Leben auf dem Boot bekommt.
Ganz ohne Englischkenntnisse kämpft sie sich trotz Zwischenlandungen in Paris und Atlanta und den nicht ganz einfachen amerikanischen Einreiseformalitäten tapfer bis nach Aruba durch, wo wir sie nach über 30 Stunden Reisezeit erstaunlich entspannt und ausgeruht antreffen. Ganz nach SAILOR MOON-Manier wird das Geld fürs Taxi gespart und wir spazieren zu Fuß vom Flughafen zurück zum Dinghy (schon wieder eine Flughafen-Verkehrsanbindung, bei der niemand an die zugegebenermaßen nicht besonders zahlreichen Fußgänger gedacht hat…).
Die SAILOR MOON ist nun nicht gerade “einsteigerfreundlich”, und jemand, der bisher noch nie für ein paar Tage auf einem Boot gewohnt hat, könnte durch die eher spartanische Ausstattung möglicherweise erstmal abgeschreckt werden, aber auch diese Hürde nimmt unser Gast locker. Bis auf unser Pump-WC, mit dem sie bis zum Ende auf Kriegsfuß steht, stellt sich Sabine locker auf das Bordleben ein und gibt zur Feier ihrer Ankunft erstmal eine Runde Markenunterwäsche aus. Auch sonst können wir sie mit nichts wirklich schockieren, die nassen Dinghyfahrten können sie ebensowenig aus der Ruhe bringen wie öffentliches Haarewaschen an Hotelstränden oder der penetrante Dieselgeruch an Bord nach einem missglückten Tankentleerungsmanöver meinerseits. Willi jedenfalls versteht sich sofort wieder mit seiner Sabine-Oma, was Jaqueline und ich unter anderem für einen kurzen aber erfolgreichen Besuch in einem der zahlreichen Casinos nutzen.

Kallinger-Selfie

Kallinger-Selfie

im Cockpit

im Cockpit

Calvin Klein

Calvin Klein, was sonst?

beim California Lighthouse

beim California Lighthouse

die Surfside Marina, unser Stamm-Dinghy-Anlegeplatz

die Surfside Marina, unser Stamm-Dinghy-Anlegeplatz

Auch sonst können wir unserem Gast einiges bieten: Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit einem völlig nutzlosen Online-Reservierungssystem mieten wir wiedermal ein Auto und können so auch den Süden der Insel besuchen. Zweimal stoppen wir am sogenannten Baby-Beach, einer wunderschönen Lagune mit klarem, hüfttiefem Wasser, schönem Sand und einem schützenden Riff davor. Auch ein Mittagessen im berühmten Charlie’s in Sint Nicolaas, einer wilden Mischung aus Bar und Museum, lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Außerdem erkunden Jaqueline und ihre Mutter ausgiebigst die zahlreichen Tommy-Hilfiger-Shops in der Innenstadt, während ich inzwischen unseren Dieseltank erfolgreich säubern und abdichten kann.
Fast jeden Tag aber sind wir zumindest für ein, zwei Stunden an irgendeinem der vielen Strände unterwegs. Surfside Beach, Roger’s Lagoon, Palm Beach, Eagle Beach, Arashi Beach, Hadicurari Beach… es gibt so viele, dass unser Gast am Ende sogar ein bisschen anspruchsvoll wird (“Des is ned mei Meer…”). Wir spielen unsere letzte Trumpfkarte aus und fahren mit dem Dinghy zur Renaissance Island, einer Privat-Insel, Zutritt nur für Gäste des Renaissance-Hotels… Zum Glück genießen wir als momentan einziges Boot am Ankerplatz sowas wie Narrenfreiheit, und niemand stört es, dass wir für ein paar Stunden den Hotelpool mitbenützen und die frei lebenden Flamingos, die hier wie selbstverständlich zwischen den Strandliegen im Sand nach Futter suchen, fotografieren. Sabine (und auch wir) sind beeindruckt, so nah ist keiner von uns einem Flamingo noch jemals gekommen.
Die Zeit vergeht schnell, nach einem ganzen Tag in dieser Hitze auf den Beinen sind wir abends meist so erschöpft, dass wir schon um neun Uhr in den Kojen liegen. Bald sind wir wieder auf dem Weg zum Flughafen, der Koffer meiner Schwiegermutter ist um drei Kilo schwerer als bei ihrer Ankunft. Ob das an den langen Shoppingtouren der Damen liegt? Oder doch an den Dingen, die bisher unbenutzt im Bauch SAILOR MOON gelagert waren und die Sabine für uns mit zurück nach Östereich nimmt? Kann ich nicht beurteilen. Wir jedenfalls warten auf das nächste gute Wetterfenster, dann gehts wirklich endlich weiter nach Kolumbien!

Flamingos zum Anfassen

Flamingos zum Anfassen

Renaissance Island

Renaissance Island

Willi zeigt sich unbeeindruckt

Willi zeigt sich unbeeindruckt

am Baby Beach

am Baby Beach

vor den sogenannten High-Rise-Hotels

vor den sogenannten High-Rise-Hotels

leider nur schwarz-weiß

leider nur schwarz-weiß

Keine Scheu vor Leguanen!

Keine Scheu vor Leguanen!

Bäume spenden Schatten am Baby Beach

Bäume spenden Schatten am Baby Beach

drei Generationen im Wasser

drei Generationen im Wasser

Palm Beach

Palm Beach

Treibsand?

Treibsand?

Oma und Enkel

Oma und Enkel

Sprungfoto

Sprungfoto

die neue Schaufel bewährt sich

die neue Schaufel bewährt sich

Willi der Adrenalin-Junkie

Willi der Adrenalin-Junkie

je höher, desto besser

je höher, desto besser


4 Comments

  1. Heyho! Vielen Dank für euren neuen Bericht – wie immer toll geschrieben. Sagt mal, war euch eure schöne Sailor Moon bisher mal zu klein oder taucht dieser Gedanke gar nicht auf, weil ihr sowieso die meiste Zeit draußen verbringt. Wir wollen nächstes Jahr mit einer ähnlich kleinen, extra dafür angeschafften Stahlyacht los, und in mir nagt immer wieder der Gedanke, ob wir uns nicht ein größeres Schiff hätten kaufen sollen. Ich wünsche euch weiterhin eine tolle Reise! Viele Grüße, Uli

  2. Ach wie schön! Als segelnde Oma, die irhe Enkelkinder vermisst, freue ich mich mit allen Beteiligten über die schöne Zeit, die ihr miteinander verbracht habt.
    Und es ist immer wieder schön, zu sehen wir Willie wächst und gedeiht.
    Liebe Grüße
    Steffi

  3. Kallinger Gerti

    Freuen uns das es Sabine bei euch gut gefallen hat, die Fotos sind
    sehr schön und euch schneit es ja richtig gut zu gehen.
    Willi ist so süß und schon sehr groß.
    Bleibt gesund, liebe Grüße Katrin

  4. no molester en flamingonam!!
    oder so ähnlich =)

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